Der Gott der Stadt
Monday, 14 June 2010 12:20
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Georg Heym Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal, Wie Koybanten-Tanz dröhnt die Musik Das Wetter schwellt in seinen Augenbrauen. Er streckt ins Dunkle seine Fleischerfaust.
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit
die letzten Häuser in das Land verirr'n.
die großen Städte knieen um ihn her.
Der Kirchenglocken ungeheure Zahl
wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer.
der Millionen durch die Straßen laut.
Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik
ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut.
Der dunkle Abend wird in Nacht betäubt.
Die Stürme flattern, die wie Geier schauen
von seinem Haupthaar, das im Zorne sträubt.
Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt
durch eine Straße. Und der Glutqualm braust
und frißt sie auf, bis spät der Morgen tagt.

